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Schutzmuster

12. Grazer Psychkatrisch-Psychosomatische Tagung

Artikel-Nr.: 2017-001

 

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SCHUTZMUSTER -
12. Grazer Psychiatrisch-Psychosomatische Tagung
19. - 21. Jänner 2017
Minoritensaal, Graz

Die Kongressdokumentation umfasst die Original-Tonmitschnitte der Vorträge
sowie eine Sammlung von Powerpointpräsentationen (pdf).
Die Dokumentation ist erhältlich
a. auf USB Stick (Aufnahmen im Format mp3)  zum Preis von       EUR 50,00
b. in CD-Form (13 Audio CDs, 1 Powerpoint CD) zum Preis von     EUR  69,00
jeweils inkl. 20 % MwSt.

Die Verfügbarkeit von Einzelvorträgen erfragen Sie bitte mit dem Kontaktformular.
Einzel CDs kosten EUR 9,00 inkl. MwSt.

Folgende Vorträge wurden aufgenommen und sind Inhalt der Dokumentation:

CD - BOX

Reinhard Haller
Kränkung - das krankmachende Schutzmuster

Martin Hautzinger
Emotionale Erschöpfung und Affektive Störungen als Schutzmuster

Andreas Maercker
Klassische und komplexe PTBS und ihre dissoziativen Teile

Pau. M. Zulehner
Fundamentalismus als Schutzmuster

Sven O. Hoffmann
Angst. Äussere Gefahren und innere Bedrohungen

Karl Crailsheim
Schutzmechanismen aus der Perspektive der Evolutionsbiologie

Florian Menz
Die Ambivalenz von Schutz. Sprachliche Muster im
Spannungsfeld zwischen Preisgabe und Verschleierung

Michaela Amering
Schutz durch Menschenrecht

Michael Soyka
Komorbidität psychischer Störungen mit Alkohol

Jörg M. Fegert
Schutzkonzepte zum Wohle von Kindern und Jugendlichen in
institutioneller Heilbehandlung, Pflege und Betreuung

Wolfgang Aichhorn
Psychopathologische Symptome als Schutzmuster

Guenda Bernegger
Das Mögliche als Schutzmuster

Roland Mader
Von Cybermobbing über Onlinesucht zu Cybersex -
Verführungen und Gefahrn der neuen Medien

Peter Holzer
Schutz oder Bedrohung des Gehirns durch den Darm - was berichtet
uns die moderne Mikrobiom-Forschung

ZUSÄTZLICH AUF DEM USB STICK ENTHALTEN

Johann Feilacher
Von der psychiatrischen Anstalt zum Kunstmuseum: Geschichte und
therapeutische Aspekte

Andrea van der Straeten
Schutzmuster in der Kunst

 

Vorwort der Kongress-Broschüre:
Das Motto unserer Tagung in diesem Jahr trägt den sperrigen Titel „Schutzmuster“.
Das ist in sich stimmig: Der Schutz sollte ja versperrend sein, damit er seinem
Zweck, Verletzungen zu vermeiden, entspricht. Leider versperren wir nicht nur Feinden mit
unseren Schutzmustern den Zugang zu uns, sondern mitunter auch dem Nährenden.
Das Problem entsteht, indem die Oberfl äche, durch die wir uns ernähren, körperlich
und psychisch, gleichzeitig der Ort ist, an dem wir verletzbar sind. Wir müssen essen,
also können wir uns vergiften. Wir müssen emotionale Nähe suchen, um uns existentiell zu erfahren.
Die emotionale Nähe ermöglicht aber auch Verletzung. Das ist das Dilemma
von Nähe und Distanz im Leben. Vordergründig geht es einerseits um Integration, die
mit der Gefahr verknüpft ist, die eigene Identität in Frage zu stellen. Andererseits geht es
um den Schutz der Identität, welche wiederum mit der Gefahr verbunden ist,
Lebendigkeit zu verlieren. Die Kunst des Lebens besteht also darin, beide Pole dialektisch mit
Leben zu erfüllen. Das betrifft Individuen ebenso wie Gruppen und Gesellschaften. Schutzmuster
können als (erlebte oder erwartete) Verletzungsfolgen gesehen werden, die uns schützen
sollen, tatsächlich aber uns vom Leben abschneiden und uns die Berührung verunmöglichen.
Solcherart sind wir trotz aller Schutzwälle oft gefährdeter als ohne diese, denn die Schutzmuster
verhindern, dass wir über das Leben ausreichend informiert sind. Der Uninformierte ist
trotz allen Schutzes, der überdies viel Energie kostet, insgesamt verletzungsgefährdeter
als der, der auf dieses Schutzmuster verzichtet. Trotzdem sind wir durch kaum etwas
so charakterisiert, wie durch unsere Schutzmuster. Schutzmuster sind unser Identitätszeichen.
Viele psychiatrische Störungen sind eher vom Phänotyp durch die Schutzreaktion
als durch die eigentlich grundgelegte Symptomatik gekennzeichnet. -
In bewährter Tradition behandeln wir das vorgegebene Thema mit der Sicht auf das Individuum,
auf Interaktionen und im gesellschaftlich-kulturellen Kontext. In Zeiten des Revivals von
Nationalismus und Individualismus scheint uns das Thema Schutzmuster sowohl
medizinisch als auch gesellschaftlich hoch relevant.
Wenn es uns gelingt, einen intensiven Diskurs zwischen den sorgfältig ausgewählten
Vortragenden und dem geschätzten Publikum anzuregen, sollte diese Tagung nach
Willen der Veranstalter wieder zu einem machtvollen Statement zum Thema der Entwicklung
unserer medizinischen und gesundheitswissenschaftlichen Fächer, aber auch zum
gegenwärtigen gesellschaftspolitischen und soziokulturellen Diskurs werden.
Wie immer wünschen wir Ihnen beglückende Stunden und viel Freude am Miteinander
auf unserer Tagung.
Für das Team, Michael Lehofer eh.

 

 
 
 
 

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